Ratgeber: Kriterien beim Kauf eines Kratzbaums

Den richtigen Kratzbaum wählen

Sie sind gerade dabei einen Kratzbaum zu kaufen und sind sich nicht sicher, nach welchen Kriterien sie das Kratzmöbel aussuchen sollen? Dann sind sie hier richtig. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Merkmalen, auf die sie bei der Wahl des Katzenkratzbaums und des Herstellers achtgeben sollten.

Wir beschäftigen uns zunächst mit dem Aufbau von Kratzbäumen und stellen kurz dar, welche verschiedenen Bauweisen es gibt. Im zweiten Teil gehen wir auf die Verarbeitungsqualität ein und beschäftigen uns mit den Materialien. Zum Schluss geben wir ihnen noch ein paar Tipps an die Hand wie sie seriöse von unseriösen Herstellern unterscheiden können.

Aufbau

Stämme

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal eines Kratzbaums ist die Länge der Sisalstämme. Wenigstens eine der Sisal-Säulen sollte so beschaffen sein, dass sich ihre Katze ausgestreckt an den Kratzbaum anlehnen kann. Der Durchmesser der Säulen ist übrigens bei den meisten Konstruktionen zweitrangig und wird von vielen Erstkäufern als Kaufkriterium überschätzt. Viel wichtiger als der Durchmesser sind die Wandstärke der Säulen sowie die Art der Verschraubung. Eine Säule mit dünnerem Durchmesser muss daher nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Kratzbaum weniger stabil ist.

Liegeflächen

Katzen lieben Liegeflächen – besonders dann, wenn sie möglichst weit oben angebracht sind, von wo aus ihr Stubentiger das ganze Wohnzimmer im Auge hat. Achten Sie darauf, dass die Plattformen gemütlich gestaltet sind (z.B. mit Plüsch bezogen) und ausreichend Platz bieten. Wenn mehrere Katzen zu ihrer Familie gehören ist es ratsam, dies bei der Wahl des Modells zu berücksichtigen. Schließlich wollen sie nicht, dass sich einer ihrer Lieblinge benachteiligt fühlt weil ihm kein Platz zum Ausruhen zur Verfügung steht.

Katzenleiter

Für ältere Katzen bietet es sich an, ein Kratzbaum mit einer Katzenleiter oder einer anderen Steighilfe auszuwählen. Bei bestimmten Erkrankungen (z.B. Arthrose) ist dies sogar ein Muss. Während der Aufstieg auf den Kratzbaum den meisten Katzen keine Probleme bereitet, kann es für Katzen mit Handicap schwer sein, von dem Kratzbaum herunter zu kommen. Sollte der Katzenbaum zu schwer zu besteigen sein kann es passieren, dass das neue Kratzmöbel einfach ignoriert wird.

Bauart

Katzenkratzbäume werden in hunderten wenn nicht sogar tausenden verschiedenen Varianten Angeboten. Die Wahl der Bauart ist von den bereits genannten Kriterien abgesehen im wesentlichen Geschmacksache. Einige Bauweisen eignen sich jedoch besser für bestimmte Wohnungen als andere. Darauf gehen wir in den folgenden Abschnitten näher ein.

Standmodell

Der Klassiker unter den Kratzbäumen ist der freistehende Kratzbaum mit Bodenplatte. Zu diesem Modell gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Achten sie bei ausladenden Modellen nur darauf, dass die Bodenplatte massiv genug ist, um die Aufbauten zu stabilisieren. Bodenplatten ab einer Dicke von 2 cm sollten diesen Zweck in der Regel gut erfüllen. Einige Kratzbäume sind mit einer Wandhalterung ausgestattet die den Katzenbaum zusätzlich an der Wand stabilisiert.

Deckenspanner

Schlanke, deckenhohe Kratzbäume empfehlen sich für Räumlichkeiten, in denen nicht so viel Platz zur Verfügung steht. Aufgrund ihrer schlanken Bauweise nehmen sie weniger Platz ein als vergleichbare Standmodelle. Deckenspanner werden mit Hilfe einer variablen Spannvorrichtung zwischen den Boden und die Decke geklemmt. Achten sie bei dieser Bauweise darauf, dass sich die Spannvorrichtung nur bis zu einer bestimmten Höhe ausfahren lässt. Sind ihre Decken zu hoch oder zu tief könnte es beim Aufbau zu Problemen kommen.

Kratztonne

Die Katzentonne ist eine besonders platzsparende und mobile Lösung für das Kratzproblem. Ihr Einsatz bietet sich an, wenn sie ihren Katzen nur eine Möglichkeit geben wollen, die Krallen zu schärfen und Liegeflächen und Gelegenheiten zum Toben in der Wohnung zu genüge vorhanden sind.

Verarbeitung – die inneren Werte

Materialien

Die Säulen von Kratzbäumen werden heutzutage entweder aus Pappe, Kunststoff oder Vollholz hergestellt. Die Wahl des Materials orientiert sich dabei hauptsächlich an der Größe ihres Budgets. Obwohl häufig behauptet wird, dass nur eine Säule aus Vollholz gute Stabilität gewährleistet ist dies nur die halbe Wahrheit. Ausschlaggebend für die Standfestigkeit der Konstruktion des Katzenbaums sind vor allem die Verbindungen zwischen den Bauteilen. So kann ein schlampig verarbeiteter Kratzbaum mit Holzsäulen durchaus wackeliger daherkommen als ein solides Kratzmöbel mit Stämmen aus Pappe.

Die Wahl des Bezugsstoffs ist im wesentlichen Geschmackssache. Übliche Materialien sind Plüsch, Vliesstoff, verschiedenen Teppicharten und Sisal. Das Thema Bezugsstoff ist ein weites Feld, weswegen wir die Vor- und Nachteile in Zukunft in einem eigenen Artikel behandeln werden.

Schadstoffe

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Schadstofffreiheit der verbauten Materialien. Da es als Verbraucher recht schwer ist, sich hier eine fundierte Meinung zu bilden, raten wir bei der Auswahl des Kratzbaums auf entsprechende Gütesiegel zu achten. Falls diese nicht verfügbar sind nehmen sie direkt Kontakt mit dem Hersteller auf und versuchen sie die Frage so zu klären. Wir haben uns mit dem Thema Schadstoffe in Kratzbäumen schon mehrfach beschäftigt und verweisen daher an dieser Stellung auf unsere Artikel im Kratzbaum Blog.

Wahl des Herstellers

Achten Sie bei der Wahl des Herstellers nicht nur auf den Preis. Ein guter Anbieter wird sie in der Regel auch noch Jahre nach dem Kauf mit Ersatzteilen (Sisalstämme, Schrauben, etc.) beliefern können. Sollte ein Teil ihres Kratzbaums mal durch ein Missgeschick oder starke Beanspruchung kaputt gehen, ist es in der Regel viel günstiger nur ein Teil zu auszutauschen als den ganzen Katzenkratzbaum zu ersetzen. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf, ob der Anbieter Ihres Wunschmodells einen Ersatzteilservice hat und kalkulieren Sie dies bei einer Neuanschaffung mit ein.

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